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HMI-Design für Farbfehlsichtige

Ishihara_9Farbsehstörungen sind weiter verbreitet, als man glaubt. Ca. 8 bis 9 % der Männer und 1% der Frauen leiden darunter. D.h. fast jeder 20 Nutzer einer HMI hat eine Farbfehlsichtigkeit! Bei Berufen, die durch Männer dominiert werden, kann diese Quote sogar noch höher sein.

Monochromasie, d.h. Farbe wird überhaupt nicht erkannt, ist selten. Häufiger ist ein Sehschwäche für bestimmte Farben oder Fabkombinationen, wie beispielsweise die Rot-Grün- oder Blau-Gelb-Sehschwäche, bzw. Rot- oder Grünblindheit.

Als HMI-Designer muss man sich auf Farbfehlsichtigkeit einstellen. Nachfolgende Websites unterstützen:

 

HTML5 ist nun offizieller W3C-Standard

HTML5_Logo_256Die HTML5-Arbeitsgruppe beim W3C hat HTML5 jetzt zur »Empfehlung« erhoben, womit die neue Generation der Auszeichnungssprache nun offiziell standardisiert ist. HTML5 erlaubt nicht nur die Möglichkeit, Audio und Video ohne Plugins abzuspielen, sondern erweitert den Standard erheblich in Richtung „Cross Plattformtauglichkeit“, bzw. „Mobile Web“.

Obwohl der Inhalt des HTML5-Standards schon seit längerem bekannt ist, bzw. sich in den letzten Monaten auch kaum geändert hat, ist dies ein wichtiger Schritt. Anbieter von Werkzeugen und Web-Frameworks, die auf dem HTML5-Standard basieren, haben nun großmöglichste Sicherheit für die Vermarktung und Weiterentwicklung Ihrer Produkte.

Wir von Smart HMI freuen uns sehr über die Nachricht, da unser Produkt WebIQ nun auf einem offiziell verabschiedeten Standard beruht. Der Standard wird dieser spannenden Technologie noch einen weiteren Schub verschaffen.

Auf dem neusten Stand: UID und Partner aktualisieren VDI/VDE-Richtlinie

Ob Kaffeemaschine, Mobiltelefon oder Ticketautomat – sie alle lassen sich mittlerweile per Touch bedienen. Dieser neue Standard beeinflusst auch Entwicklungsprozesse und muss in offiziellen Richtlinien berücksichtigt werden. Mit Partnern brachte UID die VDI/VDE-Richtlinie 3850 für „Gebrauchstaugliche Gestaltung von Benutzungsschnittstellen für technische Anlagen“ auf den aktuellen Stand der Technik.

Ein Fingerwisch hier, ein Tap da – nicht nur im privaten Bereich, auch in der Industrie ist die Bedienung technischer Geräte mittels Touch heute selbstverständlich. Die Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Vereins der Elektrotechnik (VDE) dienen Experten dabei als richtungsweisende Arbeitsgrundlage im Gestaltungsprozess und liefern Bewertungskriterien und Entscheidungshilfen. Blatt 3 der Richtlinie beschreibt die Besonderheiten beim Einsatz von Touch-Technologie. „UID ist es wichtig, Entwickler bestmöglich zu unterstützen und so Nutzerfreundlichkeit in der Industrie voranzutreiben. Daher haben wir unsere Expertise aus zahlreichen UID-Projekten in die Überarbeitung der Richtlinie eingebracht“, erläutert Thom Scheiner, Senior Usability Engineer bei UID. Der sogenannte Gründruck – also der zu prüfende Entwurf der Richtlinie – liefert jetzt aktuelle Empfehlungen rund um die nutzerorientierte Bedienung von technischen Anlagen.

Von Mindestgrößen bis Multitouch: Die neue Richtlinie ist „up to date“
Die Usability-Experten beschreiben in der Neuauflage von Blatt 3 grundsätzliche Vor- und Nachteile von Benutzungsschnittstellen mit Touch und gehen auf die Kombination von Touch-Systemen mit anderen Eingabegeräten sowie die Migration von nicht Touch-basierten Benutzungsschnittstellen ein. Während die 2004er-Fassung der Richtlinie sich noch an resistiven Touchscreens orientierte, beschreibt die Neufassung Eigenschaften wie Multitouch oder die Bedienbarkeit mit Handschuhen. Auch den Fortschritt grafischer Aspekte, wie Mindestgrößen, berücksichtigen die Autoren. Produktentwickler erhalten mit der neuen Richtlinie zudem ein Formular, mit dem sie die Bedeutung der beschriebenen Eigenschaften für ihr Produkt einstufen und bei Anbietern von Touchscreens entsprechende Angebote anfordern können.

Weißdruck ab 2016 verfügbar
In der Gründruck-Phase, die noch bis Jahresende 2014 läuft, liegt die Richtlinie auf Deutsch vor. Leser können sie über ein Portal des Beuth-Verlags kommentieren. Anschließend sichtet das Autorenteam die Kommentare und überarbeitet die Richtlinie für den Weißdruck. Die finale Fassung erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2016 auf Deutsch und Englisch.

Weitere Informationen

Normen und Leitfäden zur Mensch-Computer-Interaktion

Es ist immer hilfreich die wichtigsten Normen und Standards zru Mensch-Computer-Interaktion zu kennen, wenn man eine HMI-Entwicklung plant. Hier ist eine Übersicht über die Wichtigsten:

Wichtigste Norm ist wahrscheinlich die EN ISO 9241 „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“. Sie gilt als Standard zur Gestaltung und Bewertung der Gebrauchstauglichkeit (Usability). Sie bestand ursprünglich aus 17 Teilen und wurde seit 2006 teilweise überarbeitet, bzw. um weitere Themenbereich erweitert (erhältlich über Beuth-Verlag).

Die VDI/VDE-Norm 3850 beschäftigt sich mit der nutzergerechten Gestaltung von Bediensystemen für Maschinen. Sie besteht aus 3 Blättern. Hervorzuheben ist hier sicherlich Blatt 1: Grundlagen nutzerfreundlicher Bediensysteme und Blatt 3: Einsatz von Touch-Screens in Produktionsumgebungen. Die Norm befindet sich aktuell in der Überarbeitung. Seit 2012 ist Blatt 1 im Gründruck (Entwurf zur Freigabe), erhältlich, Blatt 3 folgt im Laufe des Jahres 2014 (erhältlich über Beuth-Verlag).

Einen guten Überblick gibt auch der VDMA-Leitfaden Software-Ergonomie (erhältlich über VDMA-Verlag).