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Auf dem neusten Stand: UID und Partner aktualisieren VDI/VDE-Richtlinie

Ob Kaffeemaschine, Mobiltelefon oder Ticketautomat – sie alle lassen sich mittlerweile per Touch bedienen. Dieser neue Standard beeinflusst auch Entwicklungsprozesse und muss in offiziellen Richtlinien berücksichtigt werden. Mit Partnern brachte UID die VDI/VDE-Richtlinie 3850 für „Gebrauchstaugliche Gestaltung von Benutzungsschnittstellen für technische Anlagen“ auf den aktuellen Stand der Technik.

Ein Fingerwisch hier, ein Tap da – nicht nur im privaten Bereich, auch in der Industrie ist die Bedienung technischer Geräte mittels Touch heute selbstverständlich. Die Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Vereins der Elektrotechnik (VDE) dienen Experten dabei als richtungsweisende Arbeitsgrundlage im Gestaltungsprozess und liefern Bewertungskriterien und Entscheidungshilfen. Blatt 3 der Richtlinie beschreibt die Besonderheiten beim Einsatz von Touch-Technologie. „UID ist es wichtig, Entwickler bestmöglich zu unterstützen und so Nutzerfreundlichkeit in der Industrie voranzutreiben. Daher haben wir unsere Expertise aus zahlreichen UID-Projekten in die Überarbeitung der Richtlinie eingebracht“, erläutert Thom Scheiner, Senior Usability Engineer bei UID. Der sogenannte Gründruck – also der zu prüfende Entwurf der Richtlinie – liefert jetzt aktuelle Empfehlungen rund um die nutzerorientierte Bedienung von technischen Anlagen.

Von Mindestgrößen bis Multitouch: Die neue Richtlinie ist „up to date“
Die Usability-Experten beschreiben in der Neuauflage von Blatt 3 grundsätzliche Vor- und Nachteile von Benutzungsschnittstellen mit Touch und gehen auf die Kombination von Touch-Systemen mit anderen Eingabegeräten sowie die Migration von nicht Touch-basierten Benutzungsschnittstellen ein. Während die 2004er-Fassung der Richtlinie sich noch an resistiven Touchscreens orientierte, beschreibt die Neufassung Eigenschaften wie Multitouch oder die Bedienbarkeit mit Handschuhen. Auch den Fortschritt grafischer Aspekte, wie Mindestgrößen, berücksichtigen die Autoren. Produktentwickler erhalten mit der neuen Richtlinie zudem ein Formular, mit dem sie die Bedeutung der beschriebenen Eigenschaften für ihr Produkt einstufen und bei Anbietern von Touchscreens entsprechende Angebote anfordern können.

Weißdruck ab 2016 verfügbar
In der Gründruck-Phase, die noch bis Jahresende 2014 läuft, liegt die Richtlinie auf Deutsch vor. Leser können sie über ein Portal des Beuth-Verlags kommentieren. Anschließend sichtet das Autorenteam die Kommentare und überarbeitet die Richtlinie für den Weißdruck. Die finale Fassung erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2016 auf Deutsch und Englisch.

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